Im Landeswahlprogramm der CDU werden Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung als grundlegende Elemente der Landespolitik formuliert. Was halten Sie davon?
Wie setzten Sie das in der Alltagspolitik um?
Das Wichtigste für mich ist der Kontakt zu den Menschen. Ich bin gerne in meinem Wahlkreis unterwegs. Vor Ort erfahre ich am Besten, was die Bürgerinnen und Bürger bewegt und welche Auswirkungen unsere Entscheidungen ganz konkret in der Praxis haben.
So ist auch meine Aktion "24-Stunden-vor-Ort" entstanden. Wenn ich die Menschen bei ihrer normalen Tätigkeit oder während der Nachtschicht besuche, erfahre ich unmittelbar Dinge, die mir kein Aktenstudium liefern kann.
Der direkte Kontakt zu den Menschen ist durch nichts zu ersetzen. Politik ist schließlich für die Bürger da.
Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
...dass es bei uns überall Menschen gibt, wahrscheinlich ist es die Mehrheit, die mehr leisten, als bloß ihre Pflicht zu tun. Ob das die engagierte Kindergärtnerin ist, Lehrer, die ihre Schüler außerhalb der Schule unterstützen, damit sie eine Lehrstelle bekommen, oder die Altenpflegerin, die sich liebevoll um ihre Demenzerkrankten kümmert. Oder denken Sie an die unzähligen Ehrenamtlichen. Die fleißigen und ehrlichen Leute bringen unser Land nach vorne. Sie müssen im Mittelpunkt der Politik stehen.
...dass Bürokratieabbau zuerst in den Köpfen beginnen muss. Wenn eine Polizistin während der Ausbildung nicht die Hochschule wechseln darf, obwohl ein freier Platz vorhanden ist, "weil wir das noch nie gemacht haben". Oder dass eine alleinerziehende Mutter kein Geld für ihre Kinder bekommt, weil sie sich ans Jugendamt in Bad Honnef gewandt hatte, das Sozialamt aber zuständig war, und man ein Dreiviertel Jahr brauchte, um ihr das mitzuteilen. Dann weiß ich, dass der Kampf gegen die Bürokratie jeden Tag aufs Neue aufgenommen werden muss.
Deshalb war mir meine Tätigkeit im Petitionsausschuss ganz besonders wichtig....dass der Staat längst nicht alles leisten kann. Nehmen Sie nur die Vereine mit ihren unzähligen Ehrenamtlichen. Bei uns im ländlichen Raum gäbe es keine Kulturarbeit, kaum Sportangebote, keinen Karneval, die Nachbarschaften wären anonym, es gäbe weder Tafeln noch Bürgerbusse. Deshalb gehe ich nicht nur zu den Vereinen hin, zu Jubiläen und besonderen Anlässen, sondern engagiere mich selbst ehrenamtlich für die Landwirtschaft und den Naturschutz - und was mir ganz besonders wichtig ist im Kuratorium der Guten Hand für behinderte Kinder.