Louis Knappertsbusch aus Kürten beim Jugend-Landtag

„Kompromisse sind das Wichtigste für eine funktionierende Gesellschaft“

Für drei Tage vertraten 199 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen die Landtagsabgeordneten. Die jungen Menschen konnten beim Jugend-Landtag alles das machen, was die Abgeordneten auch sonst auf der Agenda haben: Fraktions-, Ausschuss- und Arbeitskreissitzungen sowie natürlich auch die Zusammenkunft aller Abgeordneten, das Plenum. Vertreter des rheinisch-bergischen Landtagsabgeordneten war dieses Jahr der 17-jährige Louis Knappertsbusch aus Kürten. Hier beschreibt er seine Erlebnisse:

Der Landtag ist als legislatives Organ der zentrale Ort unseres Landes. Dort werden fundamentale Entscheidungen über unser aller Leben getroffen und es ist ein Privileg für wenige Menschen einmal dem Landtag anzugehören.

Jenes Privileg wurde mir im Rahmen des diesjährigen Jugend-Landtages im Auftrag von Rainer Deppe zuteil.

Mir wurde es ermöglicht das Leben eines Abgeordneten in seinen Grundzügen kennenzulernen und mitzuerleben. Diese drei Tage intensivsten Programms zeigten mir auf, wie anstrengend, aber auch wie spannend das Leben als Abgeordneter sein kann. Die Diskussionen waren aufreibend und kontrovers, ja selbst die Fraktionsarbeit nicht immer leicht, doch dies macht die Arbeit im Parlament aus und hält unsere Demokratie nachhaltig in Gang.

Nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit den anderen Parteien, besonders in den Ausschüssen zu Anträgen zur Digitalisierung von Schulen und Hochschulen oder dem Problem von Rechtsextremismus und Rassismus in der Polizei, verliefen sehr spannend und hitzig. Der Diskurs verlief zwar fair, wie es auch sein sollte, jedoch auch sehr meinungsverschieden zwischen den Parteien.

Im Integrationsausschuss, dem ich angehörte, war es beispielsweise möglich in groben Zügen Kompromisse zu schießen. Diese sind für die Politik elementar. Das hat mir im Prinzip der gesamte Verlauf des Jugendlandtages gezeigt: Kompromisse sind das Wichtigste für eine funktionierende Gesellschaft.

Bis auf in seltenen Fällen verlief der abschließende Höhepunkt der Veranstaltung ebenfalls glatt. Die Plenarsitzung im echten Plenarsaal des Landtages war die Bühne einer hitzigen Debatte zwischen allen Parteien und blieb großenteils fair. Ich bin hocherfreut das Recht gehabt zu haben eine Rede in Plenum zu halten. Das war eine vollkommen neue Erfahrung.

Auch der Austausch mit Herrn Deppe ganz am Ende der Zeit war interessant und aufschlussreich.

Allgemein kann man nun behaupten, dass der Jugendlandtag ein voller Erfolg war. Ich habe seltene Erfahrungen gemacht und das parlamentarische Dasein für diese drei Tage in vollsten Zügen genossen. Es ist nur jedem ans Herz zu legen, der die Möglichkeit erhält, dieses Angebot wahrzunehmen und sich anzumelden. So etwas kann man nicht immer erleben. Dazu müsste man dann schon tatsächlich einer dieser Menschen sein, die in fundamentalster Weise unsere Demokratie am Leben halten und verteidigen sollen.

Vielen Dank,
Louis Knappertsbusch

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